Allgemeines

 

Seit 1969 ist das Fachgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Form einer eigenen Professur, die in die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften integriert ist, in der Forschung und Lehre der RWTH präsent. 2012 betraute die Hochschule die Professur zusätzlich mit dem Bereich der Technologie- und Innovationsgeschichte. Die aktuellen Arbeitsfelder gruppieren sich um die Themen Geld und Kredit, Mobilität und Infrastrukturen, Ressourcen und Energie sowie Innovations- und Unternehmensgeschichte. Das inhaltliche Konzept zielt auf die kritische Analyse und Vermittlung von Bedingtheiten zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ziel ist die Schaffung einer systematischen Wissengrundlage, die es erlaubt aktuelle Zusammenhänge zu erkennen, zu hinterfragen und zu bewerten. Das interdisziplinäre Team setzt sich zurzeit aus 17 wissenschaftlichen und studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen.

Explizit interdisziplinär orientiert, instrumentalisiert der Ansatz Methoden der Geschichts-, Wirtschafts- und ihren Nachbarwissenschaften („Mixed-Method-Ansatz“). Die Verbindung von institutionellen und handlungstheoretischen Ansätzen sowie empirischer Sozial- und Wirtschaftsforschung ermöglicht es unter anderem (Dis-)Kontinuitäten zu erklären. Besonderes Augenmerk gilt der Kontextualisierung sozio-technischer Phänomene in ihrem regionalen und transnationalen Umfeld („economic, social and cultural embeddedness“). Betriebswirtschaftliche Aspekte kommen im Change- und Innovationsmanagement von Unternehmen, der Entwicklung von Geschäftsmodellen oder der Investitionsplanung zum Tragen.

Die Potentiale dieser systematisch-kritischen gegenwarts- bzw. zukunftszentrierter Wirtschafts- und Technikforschung für die Gegenwartsdiagnostik spiegeln vielfältige Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen sowie wissenschaftlichen Forschungsprojekten, u.a. im Rahmen der Exzellenzinitiative und der DFG.

Der Bereich soll innerhalb des Lehr- und Forschungsgebiets in den nächsten Jahren systematisch ausgebaut werden. Im Rahmen des Research Areas „Energy, Mobility and Environment“ (EME) der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der RWTH Aachen werden hier Technikbewertung und Technikfolgenabschätzung bei ultralanglebigen Wirtschaftsgütern ein besonderes Interessengebiet darstellen. Hinzukommen verschiedene Aktivitäten im Bereich des Aachener Kompetenzzentrums Wissenschaftsgeschichte (AKWG).